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30|26
 

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Digitalisierung
„Wer den Arbeitsablauf nicht mitdenkt, digitalisiert am Ende nur das alte Chaos.“
Marina Markanian
bpr Mittelstandsberatung

Markt im Leerlauf

Bereits Anfang dieses Jahres haben wir in unserer ersten Web-TV-Sendung mit den Spitzenverbänden unserer Branche und dem Schadenrechtsexperten Henning Hamann über die Auftragsflaute im Schadenmarkt diskutiert. Damals war noch nicht ganz klar, ob das geringe Reparaturvolumen nur der üblichen Delle im Februar geschuldet war oder nicht. Jetzt wird immer deutlicher: der Markt befindet sich tatsächlich im Leerlauf.

Natürlich werden nach wie vor Autos repariert. Aber eben deutlich weniger als im Vorjahr. Das bestätigen nicht nur die Statistiken, sondern auch die vielen Gesprächspartner, die wir in den vergangenen Wochen getroffen haben. Die anhaltende Flaute hat Folgen: Die Auslastung in den Betrieben sinkt, es gibt K&L-Betriebe, die Kurzarbeit anmelden und die Insolvenzzahlen gehen hoch. Ein besonders krasses Beispiel ist die Firmenpleite des Karosserie- und Lackierzentrums Gambs, das Ende April ein „Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung“ beim Amtsgericht in München eröffnen musste. Den knapp 100 Beschäftigten wurde laut Insiderinformationen bereits gekündigt. Bei Gambs geht es wohl nicht mehr weiter.

Doch bleibt die Lage weiterhin so angespannt? Viel deutet darauf hin, dass sich an der aktuellen Situation so schnell nichts ändern wird. Denn die Spritpreise werden aufgrund der globalen Unsicherheiten, Krisen, Kriege und des ab Juli wegfallenden staatlichen Tankrabatts weiter teuer bleiben. Ein wesentlicher Grund, weshalb derzeit weniger Auto gefahren wird, und demzufolge die Schadenhäufigkeit sinkt. Grundsätzlich sehen Experten auch in den Auswirkungen der immer besser funktionierenden Fahrerassistenzsysteme eine Ursache für weniger Unfallschäden. Ein zusätzlicher Treiber ist die stark gestiegene fiktive Abrechnung. Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation vieler Haushalte lassen sich Verbraucherinnen und Verbraucher von den Kfz-Versicherern eher auszahlen. Einige Assekuranzen forcieren diesen Weg durch KI-gestützte Schadenregulierung, um die Schadenakte schnell zu schließen und ihre Schadenkosten zu reduzieren. Eine gefährliche Mischung, die dafür sorgt, dass sich der Markt vor Ende der Sommerferien nicht mehr erholen wird.

Wie es dann mit unserer Branche weitergeht, diskutieren wir beim Schadentalk während der Automechanika in Frankfurt am 11. September 2026. Hier können Sie führende Branchenexperten, Verbände, Kfz-Versicherer und Schadensteuerer treffen. Mehr Informationen dazu finden sich auf unserer Website zum Schadentalk auf der Automechanika.

Bis dahin informieren wir Sie natürlich fortlaufend hier in unserem Nachrichtenmagazin schaden.news, aber auch in der nächsten Web-TV Sendung, die wir heute am späten Nachmittag ausstrahlen. Dort geht es um den Boom der Elektromobilität, auch eine Entwicklung, die für Veränderungen in der K&L-Szene sorgt.

Beste Grüße aus der Redaktion 

Christian Simmert
 

BVSK-Präsident Michael Wessels

„Verantwortung lässt sich nicht automatisieren“

Die Branche steht unter Veränderungsdruck: Sinkende Unfallzahlen treffen auf eine Schadeninflation durch komplexe Fahrzeugtechnik, verursachen steigende Kosten und die Digitalisierung von Prozessen nimmt an Fahrt auf. Zudem drängt Künstliche Intelligenz in den Markt. Wie gehen Kfz-Sachverständige mit der sich zuspitzenden Lage um?
BVSK-Präsident Michael Wessels schätzt die aktuelle Marktentwicklung ein, spricht im Exklusiv-Interview über die Grenzen der Automatisierung, die Notwendigkeit gesetzlicher Berufsbild-Standards für Sachverständige und warum das geschulte Auge vor Ort trotz digitaler Helfer für Werkstätten und Geschädigte unverzichtbar bleibt.
 

Automechanika

„Wir bieten eine Plattform zum Erleben“

Die Automechanika Frankfurt vom 8. bis 12. September ist auf Wachstumskurs. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen meldet die weltweit größte B2B-Messe ein Ausstellerplus und ausgebuchte Flächen. Für die K&L-Branche wird die Halle 11 wieder zum zentralen Treffpunkt: Von praxisnahen Workshops bis hin zum Schadentalk am 11. September.
Im schaden.news-Videointerview berichtet der Director der Automechanika Frankfurt, Olaf Mußhoff, vom neuen Konzept der diesjährigen Messe.
 
 

Frauen im Handwerk

Perfekte Symbiose: Kfz-Sachverständige und Fahrzeuglackierermeisterin

Vorurteile begleiten Ulrike von Müller durch ihr gesamtes Berufsleben – von der Absage für einen Ausbildungsplatz bis hin zu ihrer Tätigkeit als Sachverständige. Aufhalten lassen hat sich die 43-Jährige davon nie. Heute vereint sie als Fahrzeuglackierermeisterin und selbstständige, zertifizierte Kfz-Sachverständige zwei Berufe, die sich perfekt ergänzen.
Warum der Wechsel zwischen Lackierkabine und Schadengutachten die optimale Kombination für sie ist und wieso kontinuierliche Weiterbildung dabei unerlässlich bleibt, erklärt Ulrike von Müller in der Portrait-Serie Frauen im Handwerk. 
 

Diagnose-Tipp

Skoda Karoq – Fehler im Datenbus, Ursache im Fahrerfußraum

Bei einem Skoda Karoq ist die Einparkhilfe vorn komplett ausgefallen. Fehlercodes deuteten auf einen Defekt an Sensoren oder der Verkabelung hin, die Werkstatt fand die Ursache jedoch nicht. Diese lag letztlich im Fußraum, der entscheidende Tipp kam aus dem Technischen Callcenter von Hella Gutmann.
 Mehr Details zu diesem Fall erfahren Sie im Beitrag.
 
 

Praxis-Tipp

Kratzerentfernung auf altem Klarlack: So geht‘s

Die Aufbereitung gealterter Klarlacke erfordert Präzision und den richtigen Systemaufbau. Je nachdem, ob leichte oder tiefere Kratzer im Lack Spuren hinterlassen haben, sind unterschiedliche Prozessschritte erforderlich.
Markus Weinspach, Gebietsleiter beim Hersteller Mirka, erklärt im Beitrag, wie die Defekte mithilfe des Rotationspolierers Polaros RP 600 prozesssicher beseitigt werden können.
 

Insights Schaden-Business

Rechtsanwalt Henning Hamann erklärt das Quotenvorrecht

Laut Statistik sind 15 Prozent aller Unfälle in Deutschland sogenannte Quotenfälle. Das heißt konkret: Zwei Verkehrsteilnehmer können für den Schaden haftbar gemacht werden. In diesen Fällen greift das sogenannte Quotenvorrecht. Doch was bedeutet das konkret? In welchen Fällen gilt es und vor allem, wie wird es angewendet? Das erklärt Rechtsanwalt Henning Hamann, Geschäftsführer der Kanzlei Voigt, in unserer neuesten Podcast-Folge – ab sofort abrufbar auf Spotify oder über Apple Podcasts.
 
 
 

BWL-Tipp

Teure Software, altes Chaos: „Viele Betriebe verschenken ihr digitales Potenzial“

Teure Software angeschafft, aber die Abläufe haken immer noch? Viele Karosserie- und Lackierbetriebe nutzen ihre digitalen Programme nur bruchstückhaft, während Mitarbeitende sich mit Notlösungen in Excel behelfen, weiß Marina Markanian.
Im schaden.news-Beitrag erklärt die Unternehmensberaterin der bpr Mittelstandsberatung, wie Werkstätten ungenutzte Software aktivieren, ihre Mannschaft von Anfang an einbinden und sich durch staatliche Förderung bis zu 80 Prozent Zuschuss für die Optimierung ihrer Betriebsabläufe sichern. 
 

TeMi

IFL aktualisiert Liste frei wählbarer Arbeitspositionen

Die Interessengemeinschaft für Fahrzeugtechnik und Lackierung e.V. (IFL) hat in einer Sitzung ihre IFL-Liste „frei wählbare Arbeitspositionen“ angepasst. Der Fokus lag dabei nicht auf dem Einfügen neuer Positionen, sondern darauf, die Formulierungen im Dokument auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen.
Erfahren Sie im Beitrag, was aktualisiert wurde und laden Sie sich die TeMi herunter.
 
 
 
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